Dora Maurer und die Displacements

Vorgestern habe ich über die Ausstellung von Werken der ungarischen Neoavantgardistin und konkreten Künstlerin Dorá Maurer in der Tate Modern in London geschrieben. Dóra Maurer wurde für ihre konkrete Kunst und insbesondere für ihre „Displacements“ 2013 mit dem Preis Peter C. Ruppert für Konkrete Kunst in Europa ausgezeichnet.

Dorá Maurer, Quod libet 61, no. 469, 2010
Quelle: Artsy.net

„Charakteristisches Merkmal der Kunst von Dóra Maurer (geb. 1937 in Budapest) sind die so genannten „Displacements“. So nennt sie ihre konstruierten Übereinanderverschiebungen von mehrteiligen farbigen Rastern. Insbesondere auch mit ihren daraus hervor gegangenen „Quasi-Bildern“ hat sie einen speziellen, in dieser Form unverwechselbaren Bildbegriff entwickelt.

Ausgangspunkt war 1982 die Ausmalung einer romanisch gewölbten Stube im Bergfried von Schloss Buchberg in Österreich. Hier überlagerte eine Abfolge teilweise an der Wandkante abbrechender, verschiedenfarbiger breiter Streifen Fußboden, Wände und Decke. Die Form des Raumes wird dabei ignoriert – der architektonische und der gemalte Raum scheinen einander zu widersprechen und bieten dem Betrachter ein ungewohntes, verblüffendes Seherlebnis. Das Prinzip konkurrierender, rein durch farbige Strukturen gebildeter gemalter Raumansichten übertrug Dóra Maurer anschließend auf zweidimensionale, vielteilige Bildflächen. Mit Hilfe von Projektoren konstruiert sie scheinbar gebogene, verzerrte Elemente, deren optische Wirkungen frappieren: Die gemalten, flachen Gebilde scheinen sich von der Wand zu lösen und dem Betrachter räumlich entgegen zu kommen. …

Dóra Maurer studierte von 1955–1961 an der Hochschule für Bildende Künste in Budapest und lehrte unter anderem an der Hochschule für Angewandte Kunst und an der Hochschule für Bildende Kunst in Budapest. Seit 1965 präsentiert sie ihre Arbeiten in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen national wie international. Sie lebt in Budapest und ist Gründungsmitglied der ungarischen Künstlervereinigung „Open Structure Art Society“ (OSAS), die seit 2006 im Budapester Vasarely-Museum thematische und internationale Ausstellungen veranstaltet.“

Quelle: Museum im Kulturspeicher Würzburg, online unter: https://www.kulturspeicher.de/kulturspeicher2016/ausstellungen, aufgerufen am 22.04.2020

Hier noch der Link zum Webauftritt der Künstlerin mit jede Menge weiterer „Displacements“: Dorá Maurer

Werde in den kommenden Tagen mal ein wenig über die konkrete Kunst in Ungarn recherchieren. Ich denke es gibt dort ganz spannende Künstler, über die es sich zu berichten lohnt. 😉

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