Zeit für Fragmente im Hamburger Bahnhof

Im Museum für Gegenwartskunst – Hamburger Bahnhof – in Berlin findet derzeit eine – wie ich finde – wirklich spannende Ausstellung statt: es geht um die Fragmente in der Kunst. Dabei geht es darum, der Idee nachzugehen, dass auch Teile eines künstlerischen Ganzen zu uns sprechen und uns eine künstlerische Position vermitteln können. Zu sehen sind ‚Fragmente‘ durchaus namhafter Künstler, allen voran, Joseph Beuys, Cy Twombly, Anish Kapoor und Andy Warhol. Die Ausstellung, die mir sehr gut gefallen hat, trägt den Titel „Zeit für Fragmente“ und läuft noch bis Anfang Oktober.

Joseph Beuys, DAS ENDE DES 20. JAHRHUNDERTS, 1982–1983, Staatliche Museen zu
Berlin, Nationalgalerie, Sammlung Marx, 1995 erworben durch das Land Berlin, © VG
Bild-Kunst, Bonn 2019, © Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Thomas Bruns

„Es sei gerade „eine Zeit für Fragmente“, bemerkte der Künstler Marcel Duchamp gegenüber der Schriftstellerin Anaïs Nin, als diese ihn im Jahr 1934 in seinem Pariser Atelier besuchte. Konkret meinte er die Dokumentation seines Werks Großes Glas, für die er Schriftstücke und Grafiken lose in einer grünen Schachtel sammelte. In einer Welt, deren Einheit und Ganzheit von der Physik ebenso in Zweifel gezogen wurde wie durch das Auseinanderfallen der Gesellschaft, erschien Duchamp das Fragment als einzig mögliche Form des künstlerischen Handelns.

In der Renaissance oder der Romantik brachte das Fragment als Rest eines ehemals Ganzen oder als Unvollendetes die Sehnsucht nach Einheit und Vollständigkeit zum Ausdruck. Entsprechend verweisen Motive wie Ruinen und Torsi auf ein Ideal von Vollkommenheit. Spätestens im 20. Jahrhundert wich diese Sehnsucht der Erkenntnis, dass die Welt stets eine unfertige ist. Es gibt immer einen Blickwinkel zu ergänzen oder einen weiteren Aspekt zu berücksichtigen. Teile, Überreste, Leerstellen und Ausschnitte verweisen in den Kunstwerken nicht mehr auf ein mögliches Ganzes, sondern auf die zugleich zerstörerische und schöpferische Kraft von Brüchen.“

Quelle dieser Einführung und alle Informationen zur Ausstellung im Hamburger Bahnhof in Berlin unter: Zeit für Fragemente

Viel Spaß in Berlin!

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