Carlo Carrá – vom Futurismus zur Pittura Metafisica

Der im Piemont geborene und zum Stukkateur ausgebildete Carlo Carrá kommt 1895 nach Mailand und besucht – neben seiner Stukkateurarbeit am Dom in Monza – die Abendschule der Kunstakademie Brera. Nach einem Besuch in Paris im Jahre 1900 wendet er sich verstärkt der Malerei zu und es entstehen eine ganze Reihe von Werken, die im Stil des Post-Impressionismus und des Pointillismus gemalt sind.

Fasziniert von den Ideen des Futurismus gründet er 1909 mit Umberto Boccioni und Gino Severini die erste Künstlergruppe des Futurismus. Die folgenden Jahre sind durch eine intensiven künstlerischen Auseinandersetzung mit den Theorien des Futurismus geprägt und es entstehen ein große Zahl von Gemälden und Zeichnungen, aber auch theoretischen Schriften. Eines seiner bekanntesten, futuristischen Gemälde ist das ‚Begräbnis des Anarchisten Galli‘:

Carlo Carrá, Begräbnis des Anarchisten Galli, 1909
(c) gemeinfrei

Während des ersten Weltkrieges distanziert sich Carlo Carrá mehr und mehr von den Futuristen und wendet sich künstlerisch der metaphysischen Malerei (Pittura Metafisica) zu. Die Metaphysische Malerei ist eine weitere, moderne, italienische Kunstbewegung, die sich kurz vor dem ersten Weltkrieg parallel zur futuristischen Bewegung entwickelt. Als ‚Metaphysisch‘ bezeichnet sich diese Kunstrichtung deshalb, weil sie sich künstlerisch auf die Suche nach den Prinzipien und Zusammenhängen des Seienden macht. Hauptvertreter dieser Kunstrichtung ist Giorgio de Chirico. Zusammen mit Giorgio de Chirico und dessen Bruder Alberto Savinio gründet Carlo Carrá 1917 die ‚Scuola Metafisica in Ferrara und lässt damit endgültig den Futurismus hinter sich.

Aber bereits vier Jahre nach der Gründung der Schule wendet sich Carlo Carrá wieder ab von der matephysischen Malerei. Von 1921 an entstehen, unter Verwendung des klassischen, reduzierte Formenvokabulars früher florentinischen Meister wie Giotto und Masaccio, Werke, die von einer formaler Strenge gekennzeichneten sind. Es sind Werke, die dem Stil des ‚klassischen Realismus‘ zuzuordnen sind, der im Italien der 20er Jahre durch eine Gruppe von Künstlern der Künstlergruppe ‚Novecento‘ vertreten wird.

Carlo Carrá bleibt dem klassischen Realismus bis zu seinem Tode im Jahre 1966 verbunden und malt vorwiegend Landschaftsbilder mit vereinfachten, isolierten Bildgegenständen. Der klassischen Realismus rund um die Künstler der Gruppe Novecento wird während des Faschismus in Italien zur bevorzugten Kunstrichtung des Regimes, endet aber auch mit dem Faschismus und verschwindet in Italien in der künstlerischen Bedeutungslosigkeit.

Hier noch ein Link zu einem lesenswerten Artikel über das Leben und Werk des Künstlers bei Art-in-Words: Carlo Carrá

Einige Werke finden sich bei Wiki-Art: Carlo Carrá

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