Futurismus – zwischen Kunst und Faschismus

Derzeit findet eine große, viel diskutierte Ausstellung in Pisa in der Toskana statt: „Futurismo“. Aus ganz Italien und vielen internationalen Museen wurden Werke der Futuristen zusammengetragen, um in dieser Ausstellung einmal mehr die kritische Auseinandersetzung mit italienischer Kunst und Gesellschaft des letzten Jahrhunderts zu suchen.

Da ist einerseits der Futurismus als Kunstbewegung – die einzige nennenswerte italienische Kunstbewegung der Moderne, die international Beachtung findet. Eine Kunstbewegung, die für die Kunstszene Italiens so wichtig ist, da mit ihr endgültig die Vergangenheitsbezogenheit der Kunst überwunden wird. Nicht mehr nur Gotik, Renaissance und Manierismus stehen für italienische Kunst, sondern nun eben auch moderne Künstler mit einem eigenen Stil und eigener Theorie.

Da ist aber andererseits auch die frauenverachtenden, faschistischen und kriegsverherrlichenden Theorien eben dieses Futurismus. Schon im Manifest der Gruppe, 1909 von Filippo Tommaso Marinetti veröffentlicht, finden sich Sätze wie. „Wir wollen den Krieg verherrlichen — diese einzige Hygiene der Welt -, den Militarismus, den Patriotismus, die Vernichtungstat der Anarchisten, die schönen Ideen, für die man stirbt, und die Verachtung des Weibes.“

Ein spannendes Gegenüber für eine sehenswerte Ausstellung!

Die Ausstellung im Palazzo Blu in Pisa ist bis zum 9. Februar 2020 zu sehen.

Alle Informationen zur Ausstellung in englischer und italienischer Sprache auf einer eigens eingerichteten Webseite: Futurismo

In den nächsten Tagen mehr zur Futurismus.

Viel Spaß in Pisa!

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