Der Konstruktivismus kommt in den Westen

Im Zuge der russischen Revolution verlassen viele führende konstruktivistische Künstler Russland und ziehen in den Westen. Mit ihnen natürlich auch ihre konstruktivistischen Ideen, die im Westen aufgenommen werden. Dies sind insbesondere die Ideen, dass die Abstraktion der reinen Ausdruck der Revolution ist und jede Gegenständlichkeit in der Kunst als Sinnbild der hierarchischen Strukturen und der Unterdrückung des einfachen Volkes durch das Zarentum abgelehnt. Kunst soll damit frei von jeglicher figürlicher, weil reaktionärer Darstellung sein. Malewitsch geht mit seinem Suprematismus noch einen Schritt weiter, indem er alles Sinnliche, wie Farbe, Plastizität oder Raum aus dem Bild verbannt und damit jeglichen Bezug zur gegenständlichen Welt auflöst – wieder sei sein schwarzes Quadrat auf weißem Grund als Beispiel angeführt.

Bereits 1917 entwickelt Piet Mondrian den Kubismus in Richtung des Neoplastizismus weiter. In der De Stijl Bewegung rund um Theo van Doesburg finden sich parallelen zum Suprematismus von Kasimir Malewitsch. Allerdings nimmt sich De Stijl durchaus auch dem Ansinnen von Wladimir Tatlin an und nutzt Kunst auch zugunsten der Gesellschaft im Rahmen von Architektur, Raumdesign und Möbelbau.

Piet Mondrian, Trafalger Square, 1943, (c) gemeinfrei

Die ungarische Künstlergruppe ‚Ma‘ (Heute) und das 1919 gegründete Bauhaus setzten sich intensiv mit den konstruktivistischen Ideen auseinander. Die in Paris ansässige Künstlergruppe Abstraction-Creation entwickelt den Konstruktivismus endgültig zur Konkreten Kunst weiter, die Op-Art und auch die kinetische Kunst berufen sich auf Wurzeln im Konstruktivismus und somit ist eben dieser Konstruktivismus einer der bedeutendsten Kunststile des 20. Jahrhundert geworden.

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