Hans Jörg Glattfelder im Museum Ritter

Das Museum Ritter in Waldenbuch würdigt ab diesem Wochenende den Schweizer Konkreten Künstler Hans Jörg Glattfelder mit einer Ausstellung zu Ehren seinen 80. Geburtstages. Er ist einer der wichtigsten Konkreten Künstler in der Tradition der Zürcher Schule der Konkreten.

Hans-Jörg Glattfelder, mir 46/B, 1970
© Hans Jörg Glattfelder, 
Foto: Galerie Geiger

„In seiner langen Künstlerlaufbahn hat Hans Jörg Glattfelder immer wieder zu besonderen Spielarten der geometrisch-konstruktiven Kunst gefunden. Ausgehend von mathematisch-analytischen Bildkompositionen gelangte er in den späten Sechzigerjahren zu einer komplexen Einbeziehung mehrdimensionaler Raumvorstellungen ins bildnerische Werk. Bereits in seinen vertikal strukturierten Lamellenreliefs, deren Aufbau dem Prinzip von Faltbildern folgt, zeigt sich sein großes Interesse an räumlichen Effekten. Ihre volle Wirkung entfalten diese Arbeiten mit dem Standortwechsel des Betrachters, dem sie je nach Blickwinkel unterschiedliche Ansichten offenbaren. Gleiches gilt für die darauffolgende Werkgruppe der Pyramidenreliefs, die aus massenhaft produzierten Kunststoffmodulen bestehen. Die vom Künstler in großer Anzahl angefertigten Reliefs bescherten ihm den Durchbruch in der Kunstszene und sind bis heute beispielhaft für sein Werk.
Gegen Mitte der Siebzigerjahre wandte sich Hans Jörg Glattfelder neuen Fragestellungen zu. Inspiriert von Wahrnehmungsphänomenen und aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen über den Raum, fand er in der Folgezeit mit den sogenannten Nichteuklidischen Metaphern einmal mehr zu einer besonderen bildlichen Darstellungsform von hohem Wiedererkennungswert. Augenfälliges Merkmal dieser Bilder ist ihr
ungewöhnliches trapez- oder drachenartiges Format. Der Künstler bricht in diesen Kompositionen mit den strengen rechtwinkligen Strukturen der herkömmlichen konkreten Kunst und thematisiert stattdessen den gekrümmten Raum. Während sich bei einigen Bildern unmittelbar eine starke räumliche Wirkung einstellt, glaubt man in anderen, erst nach intensiver Betrachtung einen hyperbolisch gekrümmten Raum zu sehen.“

Quelle dieser Einführung und alle Informationen zur Ausstellung, die bis zum 15. September zu sehen ist, unter: Hans Jörg Glattfelder – vom Besonderen zum Allgemeinen

Hier noch der Link zur Webseite des Künstlers: Hans Jörg Glattfelder

Viel Spaß!

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