Konkrete Kunst in den USA: Farbfeldmalerei und Hard Edge

Die Konkrete Kunst in Europa kommt in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts mit der US-amerikanischen eigentlich nur über Josef Albers in Berührung. Nach Josef Albers Emigration in die USA im Jahre 1933 ist er lange am »Black Mountain College« tätig und beeinflusst die Kunstszene nachhaltig . Über Jahrzehnte hinweg untersucht er – in seiner umfangreichen und für die Kunstwelt so einflussreichen Serie ‚Homage to the Square‘ – die Wirkung von Farben, die er in Quadraten nebeneinander malt, um Beziehungen der Farben herauszuarbeiten.

„Schon früh bildete sich in der amerikanischen Kunst eine sehr selbstständige, geometrische Formen bevorzugende Tendenz der konkreten Kunst aus, die formal wie inhaltlich wenig Gemeinsamkeiten mit den europäischen Bestrebungen aufwies.

Sowohl Barnett Newman als auch Ad Reinhardt gelten als Vertreter der Farbfeldmalerei, des »Color-Field-Painting«. Newman arbeitete mit strengen, allerdings in keiner Weise systematisierten Formen, besonders mit großformatigen, von Streifen besetzten Feldern. Diese erregten Aufsehen, weil sie dem Betrachter die Erfahrung eines ins Unendliche anwachsenden Farbraums vermittelten, die alles bisher Gesehene überstieg. Reinhardt malte in den Sechzigerjahren seine »Ultimate paintings«: Diese »letzten Bilder« verschmelzen in einem kreuzförmigen Schema drei Schwarztöne, denen kaum erkennbar die Primärfarben Rot, Gelb und Blau beigemischt sind, und sie werden so zu annähernd monochromen Meditationstafeln.

Den Arbeiten Newmans wie Reinhardts ist eine deutliche metaphysische Qualität zu Eigen, die sie unüberbrückbar von der europäischen konkreten Kunst unterscheidet. Trotz dieser Besonderheit wirkten beide Künstler allerdings eher aufgrund ihrer konsequenten Haltung als aufgrund ihrer Formen anregend auf die jüngeren amerikanischen Vertreter der Minimalart. Zu den Farbfeldmalern gehörten weiterhin Morris Louis und Kenneth Noland, deren Werke allerdings weniger spiritualistisch zu deuten sind. Eine Extremposition besetzen Ellsworth Kellys »hartkantigen« Werke mit klar begrenzten Farbflächen, nach denen man diese Richtung »Hard-Edge-Painting« nennt. Kelly … interessierte das entindividualisierte, autonome Objekt, das keiner Komposition bedurfte.“

Quelle: Kai-Uwe Holze: „Die Kunst bei Fendel Consult GmbH – Kunst Konzepte Realisation“, unter: http://www.fendel-consult.de/pdf/konkrete_Kunst_nach_1945.pdf, abgerufen am 10.02.2018

Ellsworth_Kelly_-_Red_Yellow_Blue_White_and_Black_-_Google_Art_Project

Von Ellsworth Kelly, Red Yellow Blue White and Black, 1923
8AGo4l1Tvck7jA at Google Cultural InstituteGemeinfrei, Link

Siehe auch: Farbfeldmalerei

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