Konkrete Kunst – die Pioniere aus der Schweiz

Ich habe in den letzten Tagen mal wieder die Bilder der Schweizer Pioniere der Konkreten Kunst angeschaut: Max Bill, Richard Paul Lohse, Verena Loewensberg und die anderen der Zürcher Schule der Konkreten. Werde in den kommenden Tagen nochmal einige Gedanken, Texte und Bilder der Schweizer Künstler zusammentragen. Zur Einführung nochmals ein Text zur Geschichte der Konkreten Kunst in der Schweiz:

„Theo Van Doesburgs Manifest bildete zwar im wesentlichen die Grundlage der konkreten Kunst, doch bis diese Anwendung fand und sich jene mathematisch geprägte Bildsprache entwickelte, die heute mit konkret assoziiert wird, war zunächst eine Phase des Suchens, der Abgrenzung und der erneuten Theoriebildung zu durchlaufen. Das Erbe des 1931 früh verstorbenen van Doesburg wurde in den dreißiger und vierziger Jahren in der politisch neutralen Schweiz fruchtbar gemacht und in Ausstellungen und Publikationen zunächst national verbreitet. Der Bauhaus-Schüler Max Bill, der als Mitglied der in Paris ansässigen Künstlergruppe „Abstraction-Création“ über Kontakte nach Paris verfügte, nahm 1936 den Begriff ‚konkret‘ auf und demonstrierte im selben Jahr mit seiner Mappe Fünfzehn Variationen über ein Thema Möglichkeiten, mittels methodischer Ordnungen nach Maß und Zahl und der Variation von wenigen Grundelementen die konstruktive zur konkreten Kunst weiter zu entwickeln. ln dieser Zeit begann sich die konkrete Kunst als eigene Bewegung von ihrem konstruktivistischen Erbe abzulösen, ohne dieses jedoch ganz aufzugeben; Vielmehr stellte sich in der Auseinandersetzung mit van Doesburg und De Stijl die Aufgabe, im Zuge einer kritischen Revision des bisher Erreichten die konstruktiv-konkrete Kunst weiter zu führen und den Stillstand der zwanziger Jahre zu überwinden. Dieser resultierte mit aus formalen und technologischen Problemen in den Bereichen Architektur und Design, denen sich die interdisziplinär orientierten Künstler der De-StijI-Gruppe und auch viele russische Konstruktivisten verschrieben hatten. Problematisch war auch angesichts sich ausbreitender totalitärer Systeme die ‚Beschädigung‘ jener revolutionären Utopie, die unlösbar verbunden war mit den theoretischen Grundlagen den konstruktiven Kunst.“

Quelle: Beate Reese, „Die Europaweite Ausbreitung der konkreten Kunst nach 1945“, in: „Konkrete Kunst in Europa nach 1945“, hrsg. v. Museum im Kulturspeicher Würzburg, Ostfildern Ruit, 2002, S. 262

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